Ich bin dann mal weg!

Für mich ist der Schritt vier Monate in die USA zu gehen kein leichter, auch wenn ich mich so übertrieben freue. Lass ich doch viel von dem was mir am Herzen liegt für eine Zeit in Deutschland zurück. Für mich sind vier Monate eine lange Zeit, da ich meine Tiere und Familie, Arbeitskollegen und Freunde keine Sekunde missen möchte.
Darum liegt es nahe, dass ich mich verabschiede und mich dafür bedanke, dass mir so viele Menschen diesen für mich großen und wichtigen Schritt ermöglichen.

Meine erste Abschiedsfeier war in meiner Arbeit. Ich freute mich schon Wochen vorher so unfassbar, dass ich sehr viel darüber redete und vor allem plante. Doch an dem Tag ging so viel schief, dass ich fast durchdrehen und Gott erwürgen hätte können 😉 Mein Zeitplan war ein Chaos, Stromausfall und somit das Essen nicht fertig, Lastwagen und Traktoren vor einem und unendliche Schlagen beim Bäcker, braune Haare durch mein Friseurdesaster… Zu guter Letzt hatte ich so Kopfschmerzen, dass ich am liebsten einfach nur ins Bett unter die Decke wäre. Ich hatte die Worte einer Frau im Kopf, die ich vor drei Wochen in der Arbeit behandelt habe: „Meistens geht alles schief, wenn man sich so freut.“ Ich betete nur, dass die Party gut wird und mein Kopfweh weg geht. Zum Glück war Gott nicht sauer und erfüllte mir meinen Wunsch. Wir hatten mega Spaß, wobei das mit meinen Kollegen eigentlich immer so ist. Ich hatte eine Diashow über meine dreieinhalb Jahre bei der Arbeit erstellt. Ich finde es immer toll, die Dinge einmal Revue passieren zu lassen. Manchmal vergisst man, wie toll die Zeit war oder es ist einem gar nicht so bewusst, weil man sich von Kleinigkeiten ablenken lässt. Vor allem ist aber die Musik wichtig, sie reist einen mit und gibt ein beschwingtes Gefühl. Bei dem Video dachte ich schmunzelnd bei mir: ‚Wir sind einfach ein gemischter verrückter Haufen, der gemeinsam die geilste Zeit im Leben hat.‘ Mein Abschiedsgeschenk traf genau meinen Geschmack: Ein T-Shirt mit unserem Bild vom Paviausflug auf den Wasen, USA-Flagge und allen Unterschriften. Ich werde ganz viele Bilder und Videos an unsere Pinnwand posten, sodass ich die Arbeit dabei habe. Die Abschiedsreden waren so wohltuend, dass ich am liebsten alle eingepackt und mitgenommen hätte. Doch leider können wir das Pavi nicht zu machen. Einmal Paviausflug in die USA, das wär‘ mal was  Vorerst packe ich dann aber mal das T-shirt ins Handgepäck und freue mich auf die nächste Paviparty.

Mit meinen Freunden feierte ich eine Woche später meine Mottoparty „Bad Taste in der USA“. Ich hätte nie gedacht, dass sich alle so gut, dem Motto entsprechend, anziehen. Meine Freundin kam in einem orangen, gelb gebadigten Badeanzug, hatte einen Bauchnabelpiering in Pferdeform, eine Regenbogenkette und in den Haaren eine Tiegerentenspange. Mein bester Kumpel sah aus, als wäre er direkt dem Heidifilm entsprungen: Er hatte eine Mütze auf, die nach Stallarbeit aussah. Jeder hat sich so viel Mühe gegeben, dass ich es so schade finde, dass sich unsere Gruppenbilder gelöscht haben. Ich könnte mir in den Arsch beißen. Die Party war so lustig, was auch die Klamotten ausmachten. Nur konnte ich mich schwer entspannen, da es so unterschiedliche Freundesgruppen aus meinem Leben waren, sodass ich immer versuchte, bei allen zu sein. Manche kenne ich von der Arbeit, andere von der Schule, manche durch Freunde und nicht alle kennen sich untereinander. Wir machten typisch amerikanisch Burger mit Pommes und es gab Bier und Sekt. Mein Kumpel brachte eine Flasche mit Sekt in XXL mit. Wir feierten bis in die Morgenstunden und dadurch war meine Nacht so kurz.wp-1457504219918.png

Mein letzter Tag in Deutschland war dann nur auf aufräumen und mit der Familie essen gehen begrenzt. Ich habe eine Stunde bei meinem Pferd gesessen, um mit ihm Zeit zu verbringen und mich emotional zu verabschieden. Was mir am schwersten fällt, da ich ihn seit 17 Jahren habe und noch nie so lange weg war. Er versteht das leider nicht so, beziehungsweise denk ich, dass er mich nach zwei Monaten vermisst und evtl. denkt, dass ich tot bin. Meine Schwester und Mutter werden sich schon bemühen, ich wollte diesen Schritt machen, und da er hoffentlich noch lange lebt, müssen wir da jetzt durch!!! Ich freu mich schon, ihn wieder zu sehen.

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