The Sky is The Limit!

Morgens sind wir um kurz nach halb sechs los nach Stuttgart an den Flughafen. Zum Glück war ich am Abend davor so müde, dass ich schlafen konnte. Ich hab so Lampenfieber bekommen, dass ich dachte, ich müsste mich übergeben. Ich hatte die Monate und Tage davor total selten das Gefühl, dass es falsch ist, was ich vorhabe. Ich habe mich eher mega gefreut und konnte es kaum erwarten. Dann lag ich Samstagabend im Bett und dachte: Warum genau mach ich das eigentlich? Ich geh alleine für zwei Monate in eine Sprachschule, mit meinem übertrieben schlechten Englisch. Dann bin ich auch noch 6 Wochen alleine am reisen. Will ich wirklich Autofahren, obwohl ich kein Englisch kann um die Straßenschilder zu lesen? Was genau mach ich eigentlich? Bin in ich eigentlich übergeschnappt? Doch ich war so fertig, dass ich nach 30 Min einfach eingeschlafen bin. Am nächsten Tag sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Ich war aufgeregt, das erste Mal alleine ans Ende der Welt zu fliegen (zumindest gefühlt ;D)
Ich hatte seit Wochen im Gefühl, dass es schneien würde, weshalb ich unbedingt früh los wollte. Es begann wirklich zu schneien, wir mussten langsam fahren. Das Beste war aber die Polizei. Sie sind genau vor uns auf die Autobahn gefahren, mit einem Schild „nicht überholen“. Wir fragten uns was los ist, vielleicht wird es gleich extrem glatt? Das Auto auf der linken Seite kam ziemlich angerast, die Polizei öffnete die Türe und gab das Zeichen, dass sie langsamer fahren sollen. Wirklich sie haben die Fahrertür geöffnet, sowas habe ich auch noch nie gesehen. Sie wurden immer langsamer und hielten mitten auf der Autobahn, um einen toten Dachs von der linken Spur zu holen. Was für eine Aufregung zu Beginn meiner Reise!
Sonst war die Fahrt ruhig, endlich am Flughafen habe ich meine zwei Koffer abgegeben. Dann war ich so froh, dass dies erledigt war. Ich hatte echt Angst, dass ich mehr zahlen muss, weil ich meinen zweiten Koffer nicht 24 Stunden vorher aufgegeben hatte. Doch die Internetseite hatte Wartungsarbeiten und die Reisebüromitarbeiterin konnte ihn auch nicht auf buchen. Doch es ist kein Problem, das vor Ort zu machen. Da ich noch nie zwei Koffer hatte, war ich mir nicht sicher. Meine Mutter, ihr Mann und ich sind dann in Ruhe frühstücken. Wir sind extra früher los, damit wir nicht in Stress geraten und uns beim Verabschieden Zeit lassen können. Beim Abschied verdrückte ich ein paar Tränen. Es ist echt seltsam, sich zu verabschieden und zu wissen, dass man so lange nicht mehr nach Hause kommt, auch wenn es nur vier Monate sind.

Nach der Sicherheitskontrolle wurde ich das erste Mal auf Sprengstoff untersucht. Ich wüsste gar nicht, dass man bei der Einreise in die USA nochmal durch eine Passkontrolle muss, wenn man im Sicherheitsbereich ist. Naja, immer mal was Neues. Im Flugzeug saßen die meisten Menschen schon, da ich relativ spät zum Boarding kam. Ich setzte mich neben einen Mann, der auf meinem Platz am Fenster saß. Ich fragte ihn auf English ob das nicht mein Platz wäre, daraufhin stellte sich heraus, dass ich bei 23 bin, nicht 32. Man, war mir das peinlich. Auf meinem Platz saß dann eine Dame, die mit ihrem Mann statt auf 31 auf 32. Also geht es nicht nur mir so. Ich setzte mich neben eine mega nette Dame (wie sich während dem Flug herausstellte). Jetzt konnte meine große Reise starten. Ich hatte ein tiefenentspanntes Gefühl. Da war es wieder zurück, mein Wissen, dass meine Entscheidung richtig war. Zum Glück war die Angst zur freudiger Aufregung gewechselt.
Ich liebe es zu fliegen, ich finde man hat so ein grenzenloses, freies Gefühl. Wenn der Flug ruhig ist, kann man die Wolken beobachten. Über den Wolken hat man einer der schönsten Anblicke auf die Welt. Man sieht die Häuser, Felder, Meere und dieses Mal auch Berge. Ich kann stundenlang einfach nur die Welt betrachten. Es ist so spannend, die Unterschiede der verschieden Länder zu sehen. Wie unterschiedlich die Besiedelungsdichte ist, und wie in Deutschland die Landwirtschaft ist und alles akkurat in Felder unterteilt wird.
Ich holte erst mein Reisetagebuch raus, das ich von meinen Freunden bekommen habe und fing an meine Gefühle nieder zu schreiben.


Meine Nebensitzerin war eine Deutsche, die in die USA geflogen ist, um ein Jahr bei ihrem Mann zu leben und ihr Kind dort zu Welt zu bringen. Sie hat mir so lieb geholfen beim Umsteigen in Atlanta. Wir hatten nur zwei Stunden, um durch die Passkontrolle zu kommen und unsere Koffer wieder zu holen. Dann fing alles wieder von vorne an: Kofferabgabe, Sicherheitskontrolle und mit einer Underground zum Terminal fahren. Sie ist an die Ostküste geflogen und ich bin in meinen Flieger. Endstation San Diego! Ich hab so gefiebert, ob die Zeit reicht zum umzusteigen und eben neu einzuchecken. Doch es hat super geklappt und ich kam gerade zu Beginn des Boarding an. Beim ersten Flug bin ich 8 ½ Stunden geflogen und beim zweiten 4 ½ Stunden. Wir sind über so schöne Berge geflogen, zum Glück bin ich gerade da wach geworden und konnte diesen Blick genießen. Am Flughafen schnappte ich mir meine Koffer und ging zum Exit.
Meine EF Schule sollte mich abholen, es kam aber nach einer Stunde immer noch niemand, sodass ich bei der Notfallnummer anrief. Mir war so kalt, trotz Pulli, Jacke und Schal. Das fing ja gut an. Es kam schließlich doch jemand mit einem EF-Schild und brachte mich zum Shuttle. Ich fuhr bei Nacht durch San Diego und genoss die ersten Eindrücke. Viel konnte man nicht sehen, hauptsächlich Lichter und die Häuser. Amerikanische Häuser sehen aus wie aus Pappe, ein Windstoß und sie sind weg. Die Fahrt dauerte nur 15 Min. Ich wurde vor kleinen Häusern abgesetzt. Die Dame, die mich ins Zimmer brachte, war irgendwie seltsam, aber viell. war das auch nur, weil ich eben nicht so gut Englisch spreche. Der erste Eindruck war schlecht. Das Wohnzimmer war sehr sporadisch und kahl. Ich habe aber eine sympathische Mitbewohnerin, die mich direkt begrüßte. Ich wusste noch nicht recht was ich von meinem Zimmer halten sollte, eine Schublade war kaputt und anders wie in meiner Vorstellung. Vom Bad und der Dusche war ich positiv überrascht. Ich packte nur das Nötigste aus und duschte noch, bevor ich tot ins Bett fiel. Ich war bereits 25 Stunden wach und musste ja wieder früh aufstehen. Ich könnte erstaunlich gut schlafen, obwohl dauernd die Autos beim Abschließen gehupt haben und auf dem Parkplatz Gespräche geführt wurden. Meinen ersten Flug ganz alleine habe ich gemeistert. Jetzt hat mein persönliches Abenteuer begonnen.

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