Unabhängig

4 Woche

Dienstag morgens um 8 Uhr war Feueralarm.20160310_074332.jpg Ich hatte zum Glück am Morgen Schule und ging gerade aus der Türe, als der Alarm anfing. Alle mussten sich am Pool treffen und wurden auf der Liste abgehakt. Manche hörten den Alarm gar nicht richtig. Viele kamen in Nachthemden und mit Decke. Es gab ein bisschen was zu Essen und Säfte. Dann begann mein Unterricht. Der Alarm wurde extra getestet, weil vor meiner Ankunft ein Haus am Campus abgebrannt ist. Diese Woche ist ja alles bisschen anders. Wir haben wieder eine neue Lehrerin, die noch recht jung ist. Bei ihr machen die anderen Studenten viel mehr Quatsch, sodass es oft nicht möglich ist, richtig zu arbeiten. Es gab einen Test und ich wäre eigentlich ein Level aufgestiegen, aber ich wollte noch nicht.

Mittags bin ich nach der Schule wieder zu einer Aktivität von EF mit. Wir sind zum Cabrillo National Park und haben die unfassbare Aussicht genossen. Das Monument wurde von dem ersten Europäer, der an dieser Westküste ankam, errichtetet. Dort befindet sich eine Statue, die die portugiesische Regierung den USA schenkte. Seit 1854 ist dort ein Leuchtturm. Die Aussicht von dort ist wunderschön. Wir sind auch noch ein Stück die Küste runter und ans Wasser gelaufen. Es ist so faszinierend, von oben das Meer zu betrachten. Am eindrucksvollsten ist der Friedhof, mit seinen weißen Grabsteinen. Er ist einfach so riesig und die Aussicht ist beeindruckend. An diesem Friedhof werden Navymitglieder beerdigt.


Mittwoch stand ich mit den anderen, die Schule hatten, auf und ging zum Frühstück.20160406_220338.jpg Da ich erst am Mittag Schule hatte, räumte ich auf, lackierte mir die Nägel, lud meine Bilder von der Kamera aufs Tablet. Nach der Schule bin ich direkt Joggen und fühlte mich richtig gut. Das erste Mal einfach mal raus aus dem Campus und ein bisschen erkunden. Die anderen wollten eigentlich ins Kino, aber ich war froh einfach nur Youtube-Videos zu schauen.
Donnerstag ging es mittags auf Safari. Es ist ein bisschen, wie in den Zoo zu gehen, nur, dass man mit dem Zug durch den Tierpark fährt. Dort kann man auch mit dem Bus Giraffen und Nilpferde füttern. Doch das kostet 120$ und ist mir einfach zu teuer. Ich mach lieber mal eine richtige Safaritour in Afrika. Ich war eher weniger beeindruckt, aber wir haben auch in den zwei Stunden, die wir über die Schule dort waren, nicht alles erkunden können. Wir haben vergünstigt 25 $ gezahlt und dafür war es ok. Ich bin auch in Deutschland nicht der Mensch, der gern in den Zoo geht. Ich find es langweilig. Da beobachte ich lieber meine Tiere und setz mich mal zu meinem Pferd. Ich freu mich auf den richtigen Zoo, hab darüber schon viel Gutes gehört.


Abends wollte eine Schweizerin nochmal ins Kino, aber da wir kein Auto hatten, war mir das zu teuer mit Uber und Eintritt. Sie hatte ihre letzte Woche, aber ich finde dadurch, dass ich nicht alles verstehen würde und der Kinoeintritt in den USA sowieso teuer ist, muss ich das jetzt nicht ohne Auto machen. Anais und ich mussten sowieso noch Wäsche waschen.
Am Freitag wollten Anais und ich nach der Schule ein Auto holen, doch der Dirt Diver hatte keins mehr. Wir sollten morgen nochmal anrufen. Das war echt nervig, wir wollten eigentlich zum Abschied nochmal mit der Schweizerin feiern gehen. Nach ewigem hin und her bin ich mit meinen Mitbewohnern zum Shisha rauchen. Da es aber eine sehr große Gruppe war und alle im Zimmer rauchten und dann noch Alkohol tranken, fühlte ich mich nicht besonders wohl. Ich hatte einfach keine Lust, die Strafe zu zahlen, falls sie erwischt werden. Deshalb bin ich kurz entschlossen mit Jasmin und Sarmi (mit ihnen waren wir in Las Vegas im Zimmer) in die Rooftopbar in Downtown. (Andaz 600 F Street, San Diego). Die Bar hat eine sehr entspannte Atmosphäre. Wir lernten zwei New Yorker kennen. Trotz meines schlechten Englisch konnte ich mich irgendwie unterhalten, auch wenn ich nur die Hälfte verstand. Es war echt cool, über den Dächern Downtown zu sein und sich mit New Yorkern zu unterhalten. Wir sind mit ihnen in der Nähe ihres Hotels Pizza essen gegangen.


Samstags entschieden wir uns, das Auto nochmal vom Expressdriver zu mieten. Ich freute mich einfach, endlich unabhängig zu sein. Nichts mit den Jungs absprechen zu müssen oder auf die anderen Schweizer Mädchen angewiesen zu sein. Ich hatte allerdings extrem Angst vor dem Fahren. Die Freeways haben so viele Fahrspuren und dann gehen immer zwei Fahrspuren ab. Dass ich Automatik fahren muss, hat mir auch Sorgen gemacht. Doch Anias wollte auch lieber mit mechanischer Schaltung fahren und unser Driver hatte sogar einen Wagen mit Schaltung. screenshot_20160421-162432.jpgWir fuhren direkt zum Einkaufen, um fürs Grillen am Nachmittag Fleisch zu besorgen. Eine große Gruppe an EF Teilnehmer hatten abgesprochen zu grillen, so schleppten wir aus dem Studentenaufenthaltsraum die Stühle und Tische zur Grillstelle. Ich war leider so müde, dass ich es nicht so genießen konnte. Neben der Grillstelle war ein Volleyballplatz, ein paar spielten bis das Feuer brannte. Der Tag war ziemlich warm, fühlte sich wie Sommer an. Ich bin aber früher ins Haus, um zu schlafen.

Sonntag musste ich das erste Mal fahren – und dann auch noch allein. Ich holte Sarmi vom Driver ab, da sie am Abend zurückfliegen würde und das Auto zurück bringen musste. Es war anfangs echt seltsam, vor allem, da ich mein Handy als Navi nutzte und es auf dem Schoss hielt. Natürlich verfuhr ich mich zwei Mal. Doch es ging erstaunlich gut. Ich finde, wenn man Angst vor etwas hat, ist es meist nur im eigenen Kopf so schlimm und wenn man es dann erst mal gemacht hat, ist es nur halb so schlimm wie erwartet. Auf der Heimfahrt zum Campus klappte das Fahren schon sehr gut. Zurück am Campus packte ich Anais, Dani und Marius ein und fuhr zum Coronado Beach. Das ist der schönste Strand in San Diego, ich war so happy. Das erste Mal, dass ich wirklich einfach machen kann, was ich will. Es ist ein cooles Gefühl in der USA mit dem Auto unterwegs zu sein. Man glaubt es nicht, was ein Auto für mich bedeutet, es ist einfach ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit. Klar muss ich mich mit Anais absprechen, aber das ist eine Person und ich kann, wenn sie Schule hat, einfach in die Stadt oder an den Strand. Ich freu mich riesig darüber. Am Strand in San Diego ist es ziemlich windig und der Sand ist dadurch auf dem ganzen Körper, Handtuch und Gegenständen. Das ist ziemlich nervig, aber ich war so froh, dass wir so schönes Wetter hatten. Durch den Wind ist es nicht so heiß, aber ab vier hat es mich dann doch gefröstelt. Es ist total schade, dass es nicht so warm ist, wie erwartet. Ich hoffe, dass es wärmer wird, wenn ich mit Tine reise. Die Möwen waren so frech, eine Gruppe hatte ihre Chips nicht richtig weggeräumt und die Möwen sind sofort darauf los. Das war super zum Bilder machen, sie waren überhaupt nicht scheu. Ich könnte mich gar nicht satt sehen an der Kulisse, Meer und Strand ist einfach etwas Bezauberndes. Ich find man hat sofort so ein Gefühl der Leicjtigkeit und ist einfach glücklicher.
Ich fuhr dann Sarmi zum Flughafen, damit sie nicht teuer mit dem Taxi fahren musste. Es ist echt seltsam, jemanden zum Flughafen zu fahren, dadurch hat man das Gefühl, man lebt in San Diego. Ich hatte durch das Auto nochmal mehr das Gefühl, angekommen zu sein. Ich freu mich auf die nächsten Wochen. Anais und ich sind dann in die Cheescake Faktory, da ich durch die Fahrt an den Flughafen nicht in der Mensa essen konnte. Es war herrlich, endlich mal Essen, das keinen seltsamen Nachgeschmack hat. Doch nach meinem Cake war mir einfach nur schlecht. Das Wochenende war genau nach meinem Geschmack. Schöne Dinge erleben und das Leben genießen. Herrlich!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s