Wenn sich eine Türe schließt, beginnt ein neues Kapiel

8 Woche
Morgens hatte ich beschlossen, zum Strand zu gehen und zu joggen. Ich hoffte, dass es nicht zu früh war und ich dann hinterher wieder krank würde. Dummerweise joggte ich zuerst in die falsche Richtung und musste dann wieder 10 Min. zurück, um dann am Mission Beach entlang zu laufen. Ich bin am Anfang den Asphalt runter gelaufen und zurück über den Strand am Meer gejoggt. Es war echt cool, obwohl es sehr bewölkt war. Ich war eine gute Stunde unterwegs, aber recht langsam. Nach der Schule wollte Anais noch zum Outlet, um Geschenke zu kaufen. Ich bin mit, um zu navigieren. Das Outlet war echt klein, wir hatten auch nur wenig Zeit, doch sie bekam alles zusammen.


Dienstags wollte ich nach der Schule eigentlich noch mit der Organisation zu einem richtigen Campus, von dem man eine super Aussicht hat, aber Anais und ich mussten das Auto zurückbringen. Uns wurden die Nummernschilder gestohlen. Die Zeit reichte nicht, um rechtzeitig am Campus zu sein, so sind wir noch in die Cheesecake Factory. Der Autohändler schaute nur, ob irgendwas beschädigt war und ließ uns dann wieder mit dem Auto fahren. Das wunderte mich sehr, aber er meinte, das ist kein Problem, wir sollen der Polizei einfach sagen, dass die Nummernschilder gestohlen wurden. Wir dachten uns dann nichts mehr und fuhren weiter mit dem Auto umher. Abends sind viele zum Taco Tuesday, aber ich hatte einfach keine Lust und wollte nicht mit. Ich wollte kein Geld ausgeben, da ich merkte, dass ich nicht mehr so viel auf dem Konto hatte.
Den Mittwoch wollte ich nochmal am Strand joggen gehen. Das letzte Mal war ja nicht so gut gewesen, da ich am Anfang in die Falsche Richtung bin. Doch an dem Tag fühlte ich mich nicht so fit und war hinterher sehr müde. Es ist echt toll am Meer zu laufen und den Wind ins Gesicht zu bekommen. Ich hatte auch diesmal einen leeren Strand, es waren nur vereinzelt Menschen unterwegs. Mit Tine werde ich wahrscheinlich nicht dazu kommen, darum wollte ich vorher nochmal am Strand entlang joggen. Es ist schon krass, wie nah die Menschen ihr Wohnzimmer am Strand haben und hunderte Leute direkt daran vorbeilaufen. Eine Familie hatte ihre Glastüren offen und waren nur zwei Schritte von mir entfernt auf ihrer Coach. Das find ich echt seltsam und befremdlich.


Donnerstag nach der Schule wusch ich meine ganzen Klamotten und räumte meine Koffer ein. Jetzt sind zwei Monate Sprachschule um und es geht auf Reisen. Es war so anstrengend, ich lief zigmal zur Waschhalle, um eine neue Wäsche zu starten oder in den Trockner zu tun. Mich hatte schon die ganze Zeit belastet, ob ich alles in den Koffer bekommen würde. Doch ich schaffte es irgendwie, alles was ich beim Hinflug im Handgepäck hatte und in die Koffer zu bekommen. Abends sind wir noch ins Kino und schauten den Film „The Huntsman“. Ich verstand nicht alles, aber der Film war trotzdem gut. Beim Trinken bestellte ich Medium und kippte aus den Latschen, als der Becher kam. Für deutsche Verhältnisse ist dieser XL. Ich wusste gleich, dass ich sicher mehrmals aufs Klo muss. Das Kino war fast leer, wir hatten super Plätze.


Freitag war mein letzter Schultag an der EF Schule in San Diego. Am Morgen hatte ich geduscht und länger geschlafen. Dann bin ich in meinen Unterricht. In der Mittagspause haben wir in unserer WG Bilder gemacht, meine Mitbewohnerin ist an diesem Tag auf Roadtrip los. Das ist super, so hab ich die letzte Nacht für mich und kann morgens früh in aller Ruhe Koffer schließen, Bett abziehen … Ich finde es sehr schade, dass ich jetzt Martin nicht mehr sehe, es war so toll, dass er in meiner Klasse war. Das hat den Spaß um einiges gehoben. Ich werde ihn echt vermissen. Nach der Schule hab ich auf den Mitarbeiter gewartet und meine Urkunde für die Schule erhalten und anschließend die Schlüssel und Mensa Karte abgegeben. Es ist komisch, wie schnell zwei Monate vorbeigehen. Mein Fazit zu meinem Entschluss Sprachschule: Ich war vom Campus enttäuscht, es war kein normaler Studentencampus. Doch ich denke, rückblickend war es vielleicht auch besser so, sonst hätte ich wahrscheinlich gar nicht geschlafen, weil alles noch lauter gewesen währe. Bei der Poolparty hat mir ein Deutscher, der ein Auslandsstudium macht, erzählt, dass er nur mit Kopfhörer schlafen kann, da jeden Tag woanders eine Party ist. Ich habe mich erstaunlich gut in der WG zurechtgefunden, vielleicht auch, weil ich wusste, es ist nur für zwei Monate. Mit meiner Mitbewohnerin konnte ich nur wenig anfangen, meistens habe ich sie einfach nicht verstanden. Doch das gute war, sie war nicht so viel Zuhause. Ich habe gemerkt, dass mir die Sprache sehr schwer fällt und ich mich einfach nicht traue zu sprechen. Doch der Unterricht hat mich auf jeden Fall verbessert. Ich versteh zwar immer noch vieles nicht und mein Satzbau ist schrecklich, aber ich bin besser geworden. Ich habe mir vorgenommen, in Deutschland weiterzumachen. Vielleicht komme ich irgendwann an den Punkt, dass ich es kann. Die Schule war nicht optimal und ich hätte auch für mich noch mehr lernen müssen. Im Großen und Ganzen war es kein Fehler, aber auch nicht alles wie gedacht. Ich habe viel über mich gelernt und bin an Herausforderungen gewachsen. Das ist das Wichtigste.
Abends, nachdem ich meine Urkunde hatte, sind wir in die Stadt. Martin, Brenda, Anais und ich sind zum Abschiedsessen. Ich musste mich leider sehr beeilen, da Tine bereits eineinhalb Stunden später am Flughafen ankommen würde. Ich war so in Eile, dass ich mir beim Hinweg die Nummer im Parkhaus nicht gemerkt hatte, sodass ich dann ewig im Parkhaus nach meinem Auto suchte. Ich war ein nervliches Frack, weil ich es einfach nicht mehr fand. Zum Glück gab es einen Schalter, für die Security, die dann mit mir durchs Parkhaus gefahren sind. Ich wartete aber erstmal 15 Min, bis jemand kam, das war schrecklich. In meinem Kopf wartete Tine bereits am Flughafen und konnte mich nicht erreichen. Sie weiß ja nicht, warum ich nicht komme, ob was passiert ist oder ich es vergessen habe. Ich war so erleichtert, als wir das Auto fanden, ich hatte schon fast damit gerechnet, dass es weg ist. Ich war mir so sicher, dass ich eine Etage hoch gefahren bin und dann rechts geparkt hatte, aber das stimmte nicht. Tine wartete zum Glück nur 15 Min und hatte sich kein Kopf gemacht. Ich war so froh, als wir in ihrem Hotel waren und das erledigt war. Ich hatte an diesem Tag schon so Kopfschmerzen vor Aufregung. Tine duschte und dann fuhren wir zu den anderen in die Shisha Bar Mira Lounge in Gaslamp. Weil ich so durch den Wind war, vergas ich ein Parkticket zu lösen und musste später nochmal zurück. Die anderen waren sehr müde und wir blieben auch nicht so lange. Passend zu meinem Abend war dann mein Auto eingeparkt, doch der Mann war nur auf der anderen Straßenseite. Nachdem ich Tine abgesetzt hatte, ging es das letzte Mal zum Campus. Anais hat mir den Schlüssel geliehen. Sie kam mit Brenda in die Wohnung. Ich schlüpfte schnell ins Bett, war aber sehr lange wach.


Ich hatte die Nacht so schlecht geschlafen und so viel wirres Zeug geträumt. Ich hatte das Gefühl. kaum geschlafen zu haben. Ich musste meine Koffer noch schließen und davor hatte ich echt Bammel. Ich hab so viel nach San Diego mitgenommen. Viel zu viel, denk ich jetzt. Ich hatte ein bisschen Angst, was Tine zu meinen zwei Koffern und der Tasche mit Waschmittel und Snacks sagt. Sie hatte solch einen Stress ein Auto für drei Koffer zu finden, in das alles in den Kofferraum passt. Irgendwie hab ich es schließlich geschafft, meine Koffer zu schließen, ich dachte nur: Ich mach sie nie wieder auf. Dann musste ich noch das Bett abziehen und die Koffer in meinem kleinen Auto verstauen. Die Zeit war gekommen Abschied zu nehmen, zwei Monate Sprachkurs waren beendet. Es war ein seltsames Gefühl, den Campus zu verlassen. Man hat sich an das Zimmer gewöhnt, mittlerweile schmeckt einem das Essen und die Stadt wird immer vertrauter. Wie schnell man sich doch einleben kann. Ich war noch so aufgeregt, dass alles klappt, das ich nicht wirklich realisierte, dass das Kapitel EF Sprachschule beendet war.
Um neun Uhr traf ich bei Tine im Hotel ein und schleppte meine Koffer in ihr Zimmer. Wir brachten mein Auto zurück, was ziemlich crazy war. Der Mann war nicht da und die Frau lief in geöffneten Klamotten rum. Am Anfang verstanden wir nicht, was sie hatte, doch im Verlauf sah ich die Brandblasen am Rücken. Als das ohne Probleme geschafft war, sind wir zu Fuß zum Airport, der nur fünfzehn Minuten weg war. Dort holten wir das Auto. Tine hat das echt super ausgewählt. Ich fuhr das erste Mal Automatik und es fühlte sich so krass an. Ich war richtig stolz, dass es so gut ging. Es ist schon etwas ganz anderes, so ein gutes Auto zu fahren und man hat gleich viel mehr Spaß am Fahren. Wir luden die Koffer ein und checkten aus. Dann ging es erst mal im Ihop Frühstücken, endlich leckeres Essen. Ich mag den Ihop sehr. Danach ging es zum Motel in Old Town. Es war nichts Schickes, aber das Bett war bequem (EK 8 Old Town). Ich schaute, wie lange es zu Fuß zum Historic Park war. Wir konnten laufen, es war um die Ecke. Zum ersten Mal hatte ich in San Diego ein komisches Gefühl, da unter einer Brücke so viel Obdachlose waren. Ich hatte viel Geld dabei und an meinem T-Shirt und der DW Uhr konnte man sehen, dass es was zu holen gibt. Doch zum Glück mussten wir zur anderen Seite und nicht unter der Brücke durch. Nur bei Nacht möchte ich dort nicht unterwegs sein. Wir erkundeten ziemlich viel, vieles hatte ich auch noch nicht gesehen. Es gab so viele süße kleine Läden. Wir fanden einen Totenkopf, der ähnlich zu meinem war, in den ich mich beim letzten Besuch von Old Town verliebt hatte. Diesmal entschloss ich mich, ihn zu kaufen, bevor ich es wieder bereue, es nicht getan zu haben. Die Sonne kam raus und wir konnten uns auf eine Wiese im Park setzen. Dann kam auch langsam der Hunger und wir suchten uns ein nettes Restaurant. Dort sind sehr viele mexikanische Restaurants. Das Essen war so lecker, ich wollte gar nicht aufhören. Eigentlich hätte ich gerne noch das Coryon probiert, aber ich war so voll. Wir machten uns auf den Weg zum Motel, der Wind ließ einen mal wieder frieren. Wir mussten beide erst mal powernappen.
Nach dem Einkaufen fürs Frühstück und Abendessen sind wir dann noch zu San Diego Skyline. Man ist direkt am Wasser und sieht die riesigen Hochhäuser, die sich mit ihren Farben im Wasser spiegeln. Ich liebe diesen Ort, es ist einfach ein wunderschöner Anblick. Wir setzten uns mit einem Handtuch ans Wasser und genossen den Abend. Das ist mal eine andere Art der Mai Hoketse. Ich trauerte ein bisschen, dass ich nicht in Sulzdorf beim Schnitzelburger essen dabei sein konnte. Doch der Blick entschädigte das um Weiten. Nächstes Jahr kann ich ja wieder dabei sein. Als mein Po nass wurde und es sehr kalt wurde, sind wir zurückgegangen. Der Tag war echt ein super Start. Ich war so froh, dass alles von der Planung geklappt hat und wir mit unserem Trip starten konnten.


Ich konnte nicht schlafen und hatte gefühlte 4 Stunden wirklich erholsamen schlaf. Ich war zu aufgeregt, was alles kommen würde und freute mich so. Ich wachte auch schon um 7 Uhr auf und checkte mein Handy. Wir hatten ein Airbnb gesucht, aber der Typ sagte uns ab. So suchte ich am Morgen weiter ein Airbnb. Die Preise gingen immer höher, sodass ich nicht mehr warten wollte. Tine wurde auch wach und wir richteten uns und frühstückten. Die Speculoos Crunchy Cookie Butter mit dem Europeanstyle Brot war mega lecker. Wir haben echt ein gutes Brot gefunden, das viel Vollkorn und Samen hatte. Ich machte mir noch Erdbeeren mit Jogurt. Das Essen war echt lecker und gesund. Ich war so froh, wieder gutes normales Essen zu haben. Das Schulessen war ok, aber nicht mega lecker. Mann merkt schon den Unterschied. Danach sind wir nach La Jolla Cove und haben uns die Seelöwen angeschaut. Das Wetter war noch etwas frisch und bewölkt. Der Geruch dort ist sehr gewöhnungsbedürftig, aber so nah an die Seehunde zu können ist einfach cool. Tine war auch überrascht . Als die Sonne sich gegen Mittag blicken ließ, fuhren wir zum Mission Beach. Wir wollten Internet und die Unterkunft für Los Angeles buchen. Ich hatte nur für zwei Tage in Vence Beach gebucht und wir suchten für Hollywood eine Bleibe. Es dauerte ewig, bis wir ein Lokal mit Wlan fanden. Was ich in der USA cool finde, ist, dass in den meisten Restaurants die Softgetränke nachgefüllt werden. Wir sind dann wieder zum Auto, weil wir schon sehr lange beim Parkplatz waren. (Beim Mission Beach kann man 3 Stunden Parken und das umsonst, wenn man einen Parkplatz ergattert. Wir sind noch zum Starbucks, um dort nochmal Internet zu haben. Tine fand über Booking.com super Angebote für Las Vegas, leider hatte sie das falsche Datum und musste darum stornieren und die Gebühren zahlen. Jetzt freu ich mich so auf Vegas, da wir in einem 4 Sternehotel sind. Das wird einfach nur geil. Danach ging es zurück zum Essen und dann Richten und los zur Rooftopbar. Unser Uberdriver war total nett und wir zahlten auch nur 5$ für die fahrt. Die Rooftopbar war nicht so besucht, die Aussicht war schon toll. Genau über dem Baseballstadion (Altitude Sky Lounge, 660 K St, Gaslamp.) Die Bar war höher als meine erste Rooftopbar, in der ich in der vierten Woche war. Die Aussicht war besser und ist für Fotos empfehlenswert. Danach liefen wir noch durch Gaslamp und gingen kurz in eine Coyote Ugly Bar. Die Tänzerinneren waren gerade dabei auf dem Tresen zu tanzen, danach wurde es aber langweilig und wir gingen ziemlich schnell weiter. Da es Sonntag war, schlossen bereits die Läden und wir machen uns auf den Heimweg. Das Uber teilten wir uns mit zwei Männern, die Barhopping machten. Sie wollten in einen Stripclub, es war einfach nur göttlich, wie der Fahrer sich tot lachte. Tine verriss es deswegen auch fast vor lachen. Der Mann wackelte so witzig beim lachen, richtig lustig. Daheim fielen wir tot ins Bett. Am nächsten Tag würde es losgehen und wir würden San Diego verlassen – die Stadt, die mittlerweile zu meiner geworden ist.

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