Aus dem Koffer leben 

13 Woche

Am nächsten Tag in Kill Devil Hill regnete es immer noch in Strömen, ich wollte einfach nur im Bett bleiben. Nadine und Benni sind Shoppen in ein nahegelegenes Outlet. Ich war einfach nur schlecht drauf und müde. Deshalb nutzte ich den Schlechtwettertag und schaute Youtubevideos und schlief lange und viel. Benni und Nadine halten mich abends durch ihr Geschnarche wach und morgens weckte Benni mich mit Flipflops, ich bin immer verwundert wie wenig schlaf er braucht. Ich war froh wieder mal allein zu sein und zu chillen. Am Abend war ich wieder voller Energie und ging Wäsche waschen. Am nächsten Tag besuchte ich das Fitnessstudio, das nur aus zwei Ergometern bestand. Das Frühstück war sehr üppig, aber es verursacht so viel Plastikmüll. Zum Teil waren die Toastbrot sogar in Einzelteile verpackt, das Besteck, die Teller und Becher sind aus Plastik und natürlich gibt es kleine Joghurts, Marmelade, Butter, Milchtüten, was alles Müll verursacht. Es ist unfassbar wie wenig die USA auf die Umwelt achtet und wie unbewusst viele Menschen dort durchs Leben gehen. In jedem Supermarkt gibt es diese dünnen Plastiktüten, die nach dem Verlassen des Supermarktes schon das Zeitliche segnen. Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt lies jemand sein Auto mit Klimaanlage weiterlief, damit das Auto kalt bleibt. Da ist mir fast der Geduldsfaden gerissen.  Als ich einen älteren Herrn mit einem mitgebrachten Jutebeutel sah, bin ich so begeistert auf ihn zu und habe in ganz überschwänglich gelobt. Ich glaub, der dachte, ich spinne. Ich denke aber jeder von uns kann seinen Teil, der Möglichkeit entsprechend, beitragen, um unsere Erde zu schützen und damit uns. Vor allem nachdem in meiner Region am Wochenende eine starke Umweltkatastrophe war, hat man auf die USA und ihre Absonderung echt Ratlosigkeit. Ich versuchte auch in der USA möglichst wenig Müll zu produzieren, aber ich produzierte in der Zeit wahrscheinlich so viel wie in meinem ganzen Jahr in Deutschland. 

Wir fuhren weiter nach Wilmington, das Wetter war immer noch verregnet. Es war echt schade, der Strand wäre echt schön gewesen und er lag genau hinter unserem Hotel. Doch ich hatte so wenigstens viel Erholung. In Wilmington blieben wir eine Nacht und fuhren früh weiter. Ich finde das Frühstück im Hotel ist sehr umfangreich, doch es schmeckt nicht. Es schmeckt alles nach Pappe. Ich hatte am Anfang die Pancakes und Waffeln probiert. Blieb aber irgendwann bei Toastbrot mit Marmelade und ab und zu Ei. Also lecker ist was anderes, die verpackten Nussschnecken oder Apfeltasche sind süßer als bei uns, aber wenigstens schmecken sie. Benni liebte den Pool auf dem Dach und wir genossen den  morgen dort.

Es ging weiter nach South Carolina, um genau zu sein nach Charleston. Dort wohnt auch meine Sitznachbarin von meinem ersten Flug nach Atlanta. Leider hat sie sich nie zurückgemeldet, ich vermute, sie hat eine neue Nummer in der USA. Nadine hatte mir schon vorgeschwärmt, wie toll die Südstaaten Häuser sein sollen. Ich liebe diese Häuser, sie erinnern mich immer an Filme aus der alten Zeit. Auf dem Weg kamen wir in einer Stadt vorbei, in der man nur dunkelhäutige Menschen traf, wir redeten viel über die Zeit als es noch dieses Unrecht der Rassentrennung gab. In Deutschland fallen dunkelhäutige Menschen auch immer noch auf, weil sie in der Minderheit sind, aber meiner Meinung nach werden sie zum Glück gleich behandelt. Abends gingen wir in Charleston Essen, auf dem Weg dorthin hin begann es in Strömen zu regnen und wir rannten zum Restaurant. Mir war so kalt, in den Häusern wird so übertrieben runtergekühlt, dass man sich immer etwas Langes zum Anziehen mitnehmen sollte. Vor allem wenn man so eine Frostbeule ist, wie ich. In San Diego hab ich im Unterricht auch immer lange Sachen getragen und trotzdem noch gefroren. Ich versteh nicht, warum man so dermaßen mit Klimaanlagen den Raum abkühlen muss. Zum Glück ist das in Deutschland nicht so heftig. Ich finde es mega nervig, dass es in den Räumen so kalt ist, dass ich in kurzen Klamotten friere und draußen ist es dann so heiß,  dass man am liebsten davonläuft.

In Charleston schlenderten wir durch die Wohngebiete und fotografierten die wunderschön gebauten Häuser. Ich liebe den Südstaaten Flair und war einfach hin und weg. Meine Schwester verliebte sich in ein Haus und überlegte, ob sie so etwas ähnliches bei ihrem Hausbau berücksichtigt werden kann. Die Bilder sind auch so schön geworden. Und schon wieder ging es weiter nach Hilten Head Island an dem es wieder heißes Wetter geben sollte. Dort wollten wir endlich an den Strand, nachdem das in Kill Devil Hill nichts wurde. Nadine hatte Kopfschmerzen, sodass Benni und ich am Abend alleine zu einer Strandbar gingen.

Der Strandtage am nächsten Tag war super schön, wir waren an dem Strandabschnitt, bei dem es sehr ruhig war, da in der Nähe eher die etwas Reicheren leben. Benni freundete sich mit einem Mann an, als er einen Parkplatz suchte und konnte dann direkt bei dem Herrn am Haus parken. So hatten  wir es später nicht weit zum Auto zurück. Es war wirklich heiß und wir hatten leider keinen Schirm für Nadine, die schnell Sonnenbrand bekommt. Ich wunderte mich schon, dass sie es so lange in der Sonne aushielt. Als es ihr doch zu lange war, suchten wir eine kleine Bar namens Coco‘s auf, in der wir alle Smoothies zu uns nahmen und die Zeit im Schatten verbrachten. Da fiel uns mit der Zeit auf, wie verbrannt die Nadine war. An diesem Tag aß ich später den besten Fisch meines Lebens, ein Lachs mit Mango, Kartoffelbrei in Barbecue Soße. Abends ging es Nadine nicht besonders, sie hatte starke Verbrennungen. Sie hatte sich nicht getraut früher was zu sagen, da sie dachte, wir wollten noch bleiben und sie uns das nicht verderben wollte. Außerdem hatte sie davor keine Rötung gesehen, erst als wir in die Bar sind. Wir besorgten Jogurt und kühlten sie damit. Sie tat mir so leid, ich hatte sowas zum Glück noch nie so stark.

Morgens joggten Benni und ich am Strand entlang und ließen Nadine etwas länger schlafen. Ihre Haut schmerzte immer noch stark und wir mussten sie vor der Sonne schützen. Deshalb ging es nochmal Shoppen. 

Sonntags kamen wir nach Saint Augustin, am Pool konnte Nadine sich unter einen Sonnenschirm legen und Benni und ich suchten den Strand eine Weile auf. Das Wetter wurde aber immer trüber. Am Abend suchten wir nach dem Essen eine Bar auf und genossen den Abend gemeinsam. Jetzt sind es nur noch fünf Tage bis Nadine und Benni wieder gehen. Ich bleibe noch zwei Wochen. Doch es ist erschreckend, wie schnell doch die Zeit vergeht. Der Blog hilft mir dabei immer wieder die Zeit festzuhalten und mir bewusst zu werden, was ich alles erleben kann und darf. Ich freu mich auf Miami Beach – meine letzte Etappe bevor ich wieder nach Deutschland zurückkehre. 

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