​Go find yourself

 Jetzt bin ich schon fünf Monate zurück in Deutschland und lebe wieder meinen Alltag.  

Ich war froh nach Hause zu kommen, glücklich wieder die Menschen um mich zu haben die ich liebe, froh wieder mein Pferd und meine Katze zu haben. Die letzte Woche in den USA hatte ich starkes Heimweh und keine Lust mehr auf neue Städte oder Abenteuer. Ich wollte endlich nach Hause und wieder Ruhe und Vertrautheit. Auf meinem Heimflug war ich aufgeregter als beim Abflug, an dem ich seltsamerweise die Gewissheit in mir trug, dass alles gut wird. Doch auf dem Heimflug konnte ich nicht schlafen und es kaum erwarten, in Deutschland zu landen. 

Es war so schnell alles wieder vertraut und normal. Heimat. Liebe. FAMILIE UND FREUNDE.  MEIN PFERD. Meine Katze hatte mich sehr vermisst, tagelang suchte sie meine Nähe. Mein Pferd war viel kuschelbedürftiger und blieb beim Putzen stehen und genoss es. Beim Reiten gab er sich so viel Mühe, anständig auf meine Hilfen zu reagieren. Ich sollte das wohl öfters machen. 

Am ersten Wochenende mit meinen Freunden war ich so froh, wieder mit ihnen unterwegs zu sein. Ich stellte erleichtert fest, dass sich nicht viel geändert hat. Wie meine Freunde so schön sagten: “Es gibt eigentlich nicht viel Neues. Wir haben uns seit deinem Abschied alle kaum gesehen, nur du warst eben vier Monate weg.“ Es war schon Sätze zu hören wie: „Schön, dass du wieder da bist.“ Oder: „Ich habe dich vermisst. Endlich können wir wieder etwas machen.“ 

Natürlich hat sich einiges verändert, aber eher zum Guten. Ich schätze meine Freunde noch mehr. Ich liebe es, tiefgründige Gespräche zu führen und mich in meiner Muttersprache auszudrücken. Ich habe es vermisst, mit meiner Crew in meiner Stadt zu feiern. Mit ihnen zu lachen, zu tanzen und bekloppte Bilder zu machen und einfach ich zu sein. Ich habe jetzt noch mehr das Gefühl, dazu zu gehören und die Gewissheit, dass sie da sind, auch wenn ich eine Weile weg bin. 

Ich habe so viel gelernt aus der Zeit, vor allem über mich selbst. Ich habe wieder zu mir gefunden, mich selbst akzeptiert und vor allem auch lieben gelernt. Ich habe gelernt, dass ich es eben nicht immer leiden kann, Menschen um mich zu haben. Dass ich gerne mit mir alleine bin, weil das für mich die Zeit ist, in der ich mich erhole. Ich habe gelernt, nicht immer das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen, sondern mich für etwas zu entscheiden und dann nicht zu hadern. Ich habe gelernt, dass ich im Ausland zurechtkomme und auch lange weg sein kann. Dass ich viele Dinge in meinem Alltag ändern will. Dass ich das Reiten im Verein vermisse, dass ich mein Tanzen wiederbeleben will. Dass ich glücklich bin mit meinem Leben und dankbar für alle, die in meinem Leben sind.  

Das schönste was mir gesagt wurde, war: „Seit du in der USA warst, bist du noch schöner geworden.“ Ich bin positiver, zufriedener und mehr ich. Ich habe in der USA zwei Kilo zugenommen und trotzdem bin ich nicht unzufriedener. Ich bin glücklich und das sieht man, ich habe wieder Ziele, ich habe wieder Mut und ich weiß wieder, was ich will und vor allem was nicht. Ich habe weniger Angst und mehr Visionen. Ich bin eben wieder Ich.

Und ich bin und bleibe Deutschlandkind, aber ich liebe die Welt und ihre Abenteuer.  Ich liebe es, neue Länder zu erkunden und Kulturen kennen zu lernen. Um reifer und vielleicht klüger nach Hause zu kommen, in mein Land mit einem Sozialstaat, vier Jahreszeiten und meiner Muttersprache. 

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